Wenn dein Kind die Welt intensiver fühlt – unsere Reise zur Hochsensibilität ♡
- Bine Sonnenwald
- 20. Mai
- 4 Min. Lesezeit

Manchmal denke ich heute zurück und frage mich, ab wann ich eigentlich gespürt habe, dass unsere Tochter die Welt irgendwie anders wahrnimmt als andere Kinder.
Und ehrlich gesagt glaube ich: Als Mama fühlt man sowas oft schon sehr früh. Auch wenn man es noch gar nicht erklären kann.
Unsere Tochter war schon immer unglaublich feinfühlig. Sehr aufmerksam. Sehr vorsichtig. Sehr sensibel für alles um sie herum.
Aber mit ungefähr eineinhalb Jahren begannen Situationen, die uns wirklich verunsichert haben.
Sie verkrampfte sich plötzlich immer wieder. Starrte ins Leere. War in diesen Momenten kaum ansprechbar.
Es wirkte, als würde sie komplett in ihre eigene kleine Welt abtauchen.
Und wir saßen oft daneben und wussten einfach nicht:
Was passiert gerade in ihr?
Natürlich macht einem das als Eltern Angst.
Die ersten Arztbesuche ♡
Unser erster Weg führte uns damals zum Kinderarzt.
Dort fiel ziemlich schnell das Wort Epilepsie.
Allein dieses Wort zu hören, war für mich damals unglaublich schlimm.
Plötzlich kreisen die Gedanken nur noch:
Was, wenn etwas Ernstes dahintersteckt?
Was passiert mit meinem Kind?
Warum macht sie das?
Also wurden Untersuchungen gemacht und ihre Gehirnströme gemessen.
Ich weiß noch genau, wie erleichtert wir waren, als dabei nichts Auffälliges herauskam.
Und gleichzeitig begann damit eigentlich erst unsere richtige Suche nach Antworten.
Irgendwie war vieles einfach „zu viel“
Je älter unsere Tochter wurde, desto deutlicher merkten wir: Viele Alltagssituationen waren für sie unglaublich anstrengend.
Vor allem:
viele Menschen
laute Geräusche
neue Situationen
zu viele Eindrücke gleichzeitig
Während andere Kinder einfach losliefen, beobachtete sie oft erst einmal alles ganz vorsichtig.
Sie wollte keine Rutsche rutschen. Große Gruppen überforderten sie schnell. Und manchmal hatte ich das Gefühl, dass selbst ganz normale Alltagssituationen sie komplett erschöpften.
Damals habe ich mich oft gefragt:
„Warum fällt ihr vieles so schwer?“
Die Zeit voller Untersuchungen und Fragen
Dann begann diese lange Zeit mit Terminen.
SPZ. Psychologen. Ergotherapie. Frühförderung. Heilpädagogik.
Immer wieder Gespräche. Beobachtungen. Tests.
Und irgendwann stand sogar der Verdacht auf Autismus im Raum.
Ich glaube, nur Eltern, die selbst einmal in solchen Situationen waren, verstehen dieses Gefühl wirklich.
Dieses ständige Hoffen auf Antworten. Und gleichzeitig die Angst davor, was diese Antworten vielleicht sein könnten.
Was ich damals oft gefühlt habe
Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich damals oft sehr allein gefühlt.
Von außen hörte man häufig:
„Ach, das verwächst sich schon.“
Oder:
„Sie ist halt schüchtern.“
Aber tief in mir wusste ich: Sie nimmt die Welt einfach anders wahr.
Intensiver.
Und manchmal hatte ich das Gefühl, dass ich ständig erklären musste, warum gewisse Situationen für unsere Tochter so schwierig sind.
Warum Kindergeburtstage anstrengend waren. Warum sie sich zurückzog. Warum sie manchmal scheinbar „überreagierte“.
Dabei war sie nie schwierig.
Sie war einfach nur unglaublich sensibel für alles um sie herum. ♡
Irgendwann ergab plötzlich vieles Sinn ♡
Mit der Zeit hatten wir im SPZ auch Termine bei einer unglaublich lieben und einfühlsamen Ergotherapeutin.
Und ich glaube ehrlich gesagt, sie war die Erste, die unsere Tochter nicht nur „beobachtet“, sondern wirklich gesehen hat. ♡
Sie sprach irgendwann ganz vorsichtig an, dass unsere Tochter möglicherweise hochsensibel sein könnte.
Damals hatte ich mich mit dem Thema ehrlich gesagt noch kaum beschäftigt.
Aber je mehr wir darüber sprachen, desto mehr ergaben plötzlich ganz viele Dinge Sinn.
Warum sie sich bei zu vielen Reizen so zurückzog. Warum große Gruppen sie so schnell erschöpften. Warum Geräusche, Stimmungen und Veränderungen sie oft so intensiv trafen.
Und auch diese Momente des Verkrampfens verstanden wir plötzlich besser.
Heute wissen wir: Das war für sie eine Art Rückzug in ihre eigene Welt.
Wenn alles zu laut, zu viel oder zu intensiv wurde, zog sie sich innerlich zurück, um all die Eindrücke zu verarbeiten und sich selbst wieder zu regulieren.
Dieses Verständnis hat unseren Blick auf vieles verändert.
Nicht mehr:
„Warum reagiert sie so?“
Sondern:
„Was braucht sie gerade?“ ♡
Hochsensibilität ist nicht nur anstrengend ♡
Natürlich gibt es bis heute herausfordernde Tage.
Tage mit vielen Gefühlen. Mit Reizüberflutung. Mit Überforderung.
Aber gleichzeitig bringt Hochsensibilität auch so viele wunderschöne Seiten mit sich.
Unsere Tochter ist:
unglaublich empathisch
kreativ
liebevoll
aufmerksam
feinfühlig
Sie spürt Dinge, die andere oft gar nicht wahrnehmen.
Und ich glaube inzwischen: Hochsensibilität ist keine Schwäche.
Die Welt fühlt sich für diese Kinder einfach nur intensiver an.
Warum ich Bines Family Life gegründet habe ♡
Auf unserem Weg habe ich mir oft gewünscht, andere ehrliche Erfahrungsberichte zu lesen.
Nicht nur Fachbegriffe oder perfekte Ratgeber.
Sondern echte Geschichten von Mamas, die ähnliche Situationen erleben.
Genau deshalb gibt es heute diesen Blog.
Ich möchte hier einen Ort schaffen für:
ehrliche Einblicke
sensible Familien
überforderte Mamas
kleine Alltagshilfen
Verständnis statt Druck
Denn manchmal hilft es schon unglaublich, zu merken:
„Wir sind damit nicht allein.“ ♡
Vielleicht erkennst du dein eigenes Kind hier wieder
Vielleicht bist du gerade selbst an einem Punkt, an dem du dir viele Fragen stellst.
Vielleicht hast du auch das Gefühl:
dein Kind fühlt intensiver
wird schneller überfordert
braucht mehr Rückzug
reagiert empfindlicher auf Geräusche oder Stimmung
Dann möchte ich dir einfach sagen: Du bist nicht allein. ♡
Und dein Kind ist nicht falsch.
Manche Kinder nehmen die Welt einfach viel tiefer wahr.
Was ich heute gelernt habe ♡
Früher wollte ich oft, dass alles „normaler“ wird.
Heute wünsche ich mir vor allem: Dass meine Tochter immer das Gefühl behält, genauso richtig zu sein, wie sie ist.
Und vielleicht beginnt genau das damit, dass wir aufhören, sensible Kinder ständig verändern zu wollen — und stattdessen anfangen, sie wirklich zu verstehen. 💛
Was unserer Tochter im Alltag besonders geholfen hat, waren liebevolle Routinen und mehr Struktur. Warum das für hochsensible Kinder so wichtig ist, habe ich hier aufgeschrieben. ♡
Schau doch gerne rein: "Struktur im Familienalltag - warum sie hochsensiblen Kindern so gut tut"
Außerdem findest du bei uns liebevolle Pins, Alltagstipps und stärkende Ideen für sensible Familien auf Pinterest. ♡



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