Was sensible Kinder zur Einschulung wirklich brauchen – kleine Dinge, die Sicherheit geben ♡

Wenn die Einschulung näher rückt, hat man gefühlt tausend Dinge im Kopf. Schulranzen, Federmäppchen, Hefte, Stifte, Brotdose, Schultüte … und wahrscheinlich noch zehn Sachen, die man garantiert erst drei Tage vorher bemerkt.
Bei unserer Tochter habe ich mir aber noch über ganz andere Dinge Gedanken gemacht. Sie ist sehr sensibel und neue Situationen kosten sie oft erst einmal viel Kraft. Und Schule ist nun mal wirklich eine ziemlich große neue Situation: fremde Kinder, eine neue Lehrerin, andere Räume, neue Regeln und plötzlich ist Mama nicht mehr einfach nebenan.
Deshalb war mir wichtig, ihr neben der normalen Schulausstattung ein paar kleine Dinge und vor allem Ideen mitzugeben, die ihr Sicherheit geben.
Nicht nach dem Motto: „Damit kann jetzt gar nichts mehr schiefgehen.“
Sondern eher: „Wenn es mir doch einmal zu viel wird, weiß ich, was ich machen kann.“
Und vielleicht ist die eine oder andere Idee ja auch etwas für euer Kind. ♡
1. Ein kleiner Mutmacher für die Hosentasche
Ich finde die Idee mit einem kleinen Mutstein oder Handschmeichler richtig schön.
Das kann ein kleiner Stein sein, ein Holzherz oder irgendetwas anderes, das euer Kind gerne in der Hand hält. Viel wichtiger als der Gegenstand selbst ist eigentlich die kleine Geschichte dahinter.
Ihr könnt ihn zum Beispiel gemeinsam aussuchen und eurem Kind sagen:
„Wenn du mich in der Schule vermisst oder gerade ein bisschen Mut brauchst, kannst du ihn in die Hand nehmen. Dann weißt du, dass ich an dich denke.“
Das Schöne daran ist, dass niemand sonst etwas davon wissen muss.
Er steckt einfach in der Hosentasche und ist da, wenn das Kind ihn braucht.
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2. Ein gemeinsames Armband für Mama und Kind
Ganz ähnlich funktioniert ein Partnerarmband.
Eines bekommt das Kind und eines Mama oder Papa. Gerade wenn die Trennung morgens noch schwerfällt, finde ich die Vorstellung schön, dass beide etwas Gleiches bei sich tragen.
Vielleicht macht ihr daraus sogar euer eigenes kleines Ritual:
„Schau, ich trage meines heute auch. Und wenn du deines siehst, weißt du, dass ich an dich denke.“
Natürlich braucht nicht jedes Kind so etwas. Aber wenn euer Kind solche kleinen Symbole mag, kann daraus etwas ganz Persönliches werden.
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3. Unser Kuscheltier-Trick mit der Lehrerin ♡
Das ist keine Idee aus irgendeinem Ratgeber, sondern etwas, das wir tatsächlich mit der Lehrerin unserer Tochter vereinbart haben – und ich finde die Lösung immer noch richtig toll.
Unsere Tochter ist nicht unbedingt ein Kind, das sich vor einer ganzen Klasse meldet und sagt: „Mir geht es gerade nicht gut“ oder „Ich brauche Hilfe.“
Also haben wir uns überlegt, wie sie der Lehrerin zeigen kann, dass etwas ist,
ohne es laut vor allen sagen zu müssen. Sie hat dafür ein kleines Kuscheltier dabei.
Wenn sie merkt, dass sie Hilfe braucht oder es ihr gerade nicht gut geht, kann sie das Kuscheltier auf ihren Schreibtisch setzen. Ihre Lehrerin weiß dann Bescheid und kann zu ihr kommen.
Das klingt nach so einer winzigen Sache, aber ich finde den Gedanken dahinter unglaublich wichtig. Unsere Tochter weiß nämlich: Wenn etwas ist, habe ich einen Weg, Hilfe zu bekommen. Auch wenn ich mich gerade nicht traue, etwas zu sagen.
Bei eurem Kind muss es natürlich kein Kuscheltier sein. Vielleicht funktioniert eine kleine Karte oder ein anderes unauffälliges Zeichen besser. Sprecht einfach mit der Lehrkraft darüber, ob ihr gemeinsam etwas vereinbaren könnt.
Genau diese kleinen individuellen Lösungen können manchmal so viel ausmachen.
4. Eine kleine Nachricht in der Brotdose
Ich glaube, das werde ich selbst nie zu altmodisch finden.
Ein kleines Herz auf einem Zettel, ein lustiges Gesicht oder einfach ein
„Hab dich lieb ♡“ in der Brotdose.
Das kostet nichts, dauert morgens ungefähr zehn Sekunden und das Kind findet mitten im Schulvormittag plötzlich einen kleinen Gruß von zuhause.
Wenn das Kind noch nicht lesen kann, reicht genauso gut ein Symbol.
Ihr könnt vorher gemeinsam ausmachen, dass ein Herz bedeutet:
Mama denkt an dich.
Wer daraus ein kleines Ritual machen möchte, kann auch Mutmachkarten verwenden und immer mal wieder eine andere in die Brotdose legen.
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5. Brotdose und Trinkflasche: Bitte vorher ausprobieren
Dieser Punkt klingt im Vergleich zum Mutstein und Kuscheltier ziemlich unspektakulär, ist aber wirklich praktisch.
Stellt euch vor, euer Kind sitzt in seiner ersten Pause. Alles ist neu, überall sind Kinder, es ist laut – und dann bekommt es seine blöde Trinkflasche nicht auf.
Für uns ist das eine Kleinigkeit. Für ein Kind, das sowieso gerade versucht, mit hundert neuen Eindrücken klarzukommen, kann genau das der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Deshalb würde ich Brotdose und Trinkflasche nicht erst am ersten Schultag benutzen.
Nehmt sie vorher mit zum Spielplatz oder zum Ausflug und schaut, ob euer Kind sie wirklich alleine öffnen und wieder schließen kann. Und prüft am besten auch gleich, ob die Flasche überhaupt vernünftig in die Seitentasche des Schulranzens passt.
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6. Beim Einschulungsoutfit darf bequem vor perfekt kommen
Natürlich soll das Einschulungsoutfit schön sein. Es ist schließlich ein besonderer Tag und die Fotos schauen wir wahrscheinlich noch in zwanzig Jahren an.
Bei einem Kind, das sehr empfindlich auf Kleidung reagiert, würde ich trotzdem darauf achten, dass es sich darin wirklich wohlfühlt.
Die wunderschönen neuen Schuhe, die noch nie eingelaufen wurden? Vielleicht nicht gerade an diesem Tag.
Das Kleid kratzt schon beim Anprobieren ein bisschen? Dann wird es nach drei Stunden vermutlich nicht plötzlich angenehmer.
Gerade wenn sowieso schon so viele neue Reize auf ein Kind einprasseln, muss nicht auch noch die kratzende Strumpfhose den ganzen Vormittag nerven.
Schön und bequem wäre also mein Ziel.
7. Ein kleiner Glücksbringer am Schulranzen
Auch am Schulranzen kann etwas Vertrautes hängen.
Vielleicht sucht sich euer Kind selbst einen kleinen Anhänger oder Glücksbringer aus. Das kann ein Tier sein, ein Herz oder einfach etwas, das ihm gefällt.
Ich finde es schön, wenn zwischen all den Sachen, die wir Erwachsenen für die Schule besorgen, auch etwas dabei ist, bei dem das Kind sagt:
„Den will ich!“
Dann wird der neue Schulranzen gleich ein kleines bisschen mehr zum eigenen.
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8. „Was mache ich, wenn …?“
Darüber würde ich vor dem Schulstart unbedingt sprechen.
Nicht stundenlang und auch nicht so, dass wir unserem Kind erst einmal 25 Probleme einreden, auf die es vorher noch gar nicht gekommen wäre.
Aber ein paar typische Situationen kann man ganz entspannt durchgehen.
Was mache ich, wenn ich auf die Toilette muss?
Wen frage ich, wenn ich etwas nicht verstanden habe?
Was mache ich, wenn ich meine Sachen nicht finde?
Was kann ich tun, wenn mir alles zu laut wird?
Und was mache ich, wenn ich Mama vermisse?
Gerade sensible Kinder machen sich über solche Dinge manchmal sehr viele Gedanken. Eine einfache Antwort kann dann schon beruhigen.
Bei uns gehört zum Beispiel wieder das Kuscheltier dazu:
Wenn du es gerade nicht sagen kannst, stellst du dein Kuscheltier auf den Tisch.
Fertig. Sie weiß, was sie machen kann.
Und aus diesem riesigen unbekannten „Was ist, wenn …?“ wird ein viel kleineres „Dann mache ich das.“
9. Macht die Schule vorher ein bisschen weniger fremd
Wenn ihr die Möglichkeit habt, geht den Schulweg vorher schon ein paarmal gemeinsam.
Schaut euch an, wo der Eingang ist, wo morgens die Kinder hingehen und – ganz wichtig – wo ihr euer Kind später wieder abholt.
Vielleicht könnt ihr beim Tag der offenen Tür schon einmal durchs Schulhaus laufen oder zumindest den Pausenhof anschauen.
Für uns Erwachsene klingt das banal. Wir wissen ja, dass Mama mittags wieder da steht.
Für ein Kind kann die Frage „Aber WO bist du dann?“ ziemlich groß sein.
Je mehr kleine Dinge schon bekannt sind, desto weniger Neues muss am ersten Schultag gleichzeitig verarbeitet werden.
10. Und nach der Schule? Erst einmal ankommen.
Gerade in den ersten Wochen würde ich nachmittags nicht jeden Tag komplett verplanen.
Schule kann für sensible Kinder unglaublich anstrengend sein – auch dann, wenn sie ihnen richtig gut gefällt.
Sie haben mehrere Stunden zugehört, neue Regeln beachtet, mit vielen Kindern Zeit verbracht, Geräusche ausgehalten, Aufgaben erledigt und sich in einer völlig neuen Umgebung zurechtgefunden.
Und dann kommen sie nach Hause und explodieren, weil der falsche Löffel auf dem Tisch liegt.
Das heißt nicht automatisch, dass die Schule nicht funktioniert.
Manchmal heißt es einfach nur: Der Akku ist leer.
Vielleicht hilft eurem Kind nach der Schule erst einmal etwas zu essen, kuscheln, schaukeln, malen, ein Hörspiel oder eine Runde für sich sein.
Schaut einfach, was euer Kind braucht. Es muss auch nicht sofort einen ausführlichen Bericht über den Schultag abliefern.
Manche Geschichten kommen sowieso erst abends im Bett. ♡
11. Sucht gemeinsam aus, was zu eurem Kind passt
Nicht jedes Kind wird mit einem Mutstein etwas anfangen können.
Das eine findet das Partnerarmband mit Mama wunderschön. Das nächste möchte unbedingt sein kleines Kuscheltier dabeihaben. Ein anderes sucht sich einen Glücksbringer für den Schulranzen aus.
Ich würde das Kind deshalb ruhig mitentscheiden lassen.
Fragt einfach:
„Was würde dir helfen, wenn du mich in der Schule einmal vermisst oder ein bisschen Mut brauchst?“
Vielleicht überrascht euch die Antwort sogar.
Und genau dadurch wird aus einem einfachen Gegenstand irgendwann sein Mutmacher.
Der Stein ist dann nicht einfach irgendein Stein und das Armband nicht einfach irgendein Armband. Das Kind weiß, wofür es steht.
Und genau deshalb mag ich solche kleinen Begleiter so gerne.
Was braucht ein sensibles Kind zur Einschulung
also wirklich?
Natürlich braucht es all die normalen Schulsachen.
Und ich persönlich finde auch die kleinen Mutmacher wunderschön. Ich liebe den Gedanken, einem Kind etwas mitzugeben, das es an zuhause erinnert und ihm in einem schwierigen Moment ein bisschen Sicherheit schenkt.
Aber mindestens genauso wichtig ist für mich, dass ein Kind weiß:
Ich darf um Hilfe bitten. Ich muss nicht sofort alles können. Mama und Papa kommen wieder. Und wenn mir etwas zu viel wird, gibt es jemanden, an den ich mich wenden kann.
Vielleicht ist es am Ende genau diese Mischung.
Eine Brotdose, die aufgeht.
Ein kleiner Mutmacher in der Tasche.
Eine Lehrerin, die weiß, woran sie erkennt, dass es gerade schwierig wird.
Und Eltern, die ihrem Kind vermitteln:
„Wir trauen dir das zu. Und wenn etwas noch nicht klappt, finden wir gemeinsam einen Weg.“ ♡
Ich glaube, viel mehr kann man einem kleinen Schulanfänger eigentlich kaum mitgeben.



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